Manche Gadgets begleiten einen über Jahre hinweg und die ouTask TD1 gehört definitiv in diese Kategorie. Sie ist der Klassiker, mit dem der Hype um mobile Teleskop-Laternen im Jahr 2023 eigentlich erst so richtig Fahrt aufgenommen hat. Wer regelmäßig Outdoor-Kanäle auf YouTube verfolgt, wird diese markante Silhouette schon häufiger im Hintergrund eines Basecamps gesehen haben. Luke von The Outdoor Gear Review hat die TD1 zum Beispiel schon bei unzähligen Overnightern in der Wildnis dabei gehabt.
Vor einer Weile habe ich euch mit der ouTask TD2 bereits das Nachfolgemodell vorgestellt. Das Crowdfunding der Lampe war im Herbst 2025 ein riesiger Erfolg auf Kickstarter und ich war damals als Backer der ersten Stunde direkt mit dabei. Jetzt ist es jedoch an der Zeit für einen genaueren Blick auf das Original. Für viele stellt dieses Modell nämlich immer noch den „Goldstandard“ in Sachen portabler Camp-Beleuchtung dar.
Ich habe mir die TD1 (vielen Dank an ouTask für den schnellen Versand!) genauer angeschaut, um zu sehen, wie sich das Original heute schlägt.
Das Konzept der ouTask TD1: Das patentierte Original

Die TD1 ist weit mehr als eine gewöhnliche Laterne. ouTask selbst beschreibt sie als die weltweit erste patentierte Stativ-Teleskoplaterne und damit als echtes, multifunktionales Original. Es ist ein durchdachtes Hybrid-System aus Stativ, Teleskopmast, Powerbank und einer extrem flexiblen Lichtquelle.
Was im ersten Hands-On sofort auffällt: Die Lampe wirkt sehr wertig. Ein echtes Highlight ist die Mechanik des Tripods: Auf Knopfdruck fährt das Stativ schwungvoll und sauber aus. Ein kleiner „Magic Moment“, der zeigt, dass hier nicht an der Federung gespart wurde.
Während mittlerweile zahlreiche Billig-Kopien den Markt fluten, merkt man beim Handling der TD1 sofort die Qualität. Die Gelenke rasten präzise ein, und der magnetische Fuß sorgt dafür, dass die Lampe auch auf dem Autodach festen Halt findet.
Krisenvorsorge: Licht, wenn es drauf ankommt
Ein Punkt, der die TD1 über das reine Camping hinaus interessant macht, ist die Eignung für die Krisenvorsorge. Wenn der Strom ausfällt (Blackout), ist eine Lampe, die man auf bis zu 93 cm Höhe ausfahren kann, extrem wertvoll. Sie leuchtet einen ganzen Raum indirekt über die Decke aus, anstatt nur einen harten Lichtkegel zu werfen, was die Situation zu Hause deutlich entspannter macht. Zudem bietet sie einen integrierten SOS-Modus, um in echten Notfällen visuelle Signale geben zu können.

Die Technik im Check: 720° Freiheit und Powerbank-Power
Ein Blick auf die inneren Werte zeigt, warum die TD1 so beliebt ist. Mit ihrem voll rotierbaren 720°-Lichtkopf (Stereo Lighting) lässt sich wirklich jeder Winkel im Camp oder in der Werkstatt präzise ausleuchten. Man kann zwischen warmweißem (3000K) und kaltweißem (6500K) Licht wählen, um je nach Situation entweder gemütliche Atmosphäre oder maximale Arbeitshelligkeit zu erzeugen.
- Helligkeitsstufen & Leuchtdauer: Die Bedienung ist intuitiv und bietet drei praxisnahe Stufen. Die erste Stufe liefert 40 Lumen für gigantische 65 Stunden Laufzeit. Stufe zwei bringt 250 Lumen (17 Stunden plus 3 Stunden Reserve auf 40 Lumen). Die maximale Stufe leuchtet mit 500 Lumen (6,5 Stunden plus 7 Stunden Reserve). Die Lampe schaltet also intelligent herunter, bevor man plötzlich im Dunkeln steht.
- Akkuleistung & Powerbank: Unter der Haube steckt ein massiver 12.000 mAh Akku. Das reicht nicht nur für diese tagelangen Laufzeiten, sondern macht die TD1 auch zu einer potenten Powerbank für Smartphone oder GPS-Gerät. Um flexibel zu bleiben, sind ein USB-A Anschluss und ein USB-C Anschluss in die Lampe integriert.
- Wetterfestigkeit: ouTask geht hier keine Kompromisse ein. Der Lichtkopf und der Teleskopmast sind nach IPX7 zertifiziert, während der Korpus IPX6 bietet. Damit hält die Lampe selbst härtesten Bedingungen stand, egal ob bei -20°C oder im tropischen Dauerregen.
- Laufzeit in der Praxis: Offizielle Zahlen sind gut, Nutzerberichte sind besser. Zahlreiche Foren-Erfahrungen bestätigen, dass die TD1 selbst bei Kälte eine komplette Nacht (ca. 13 Stunden) auf hoher Stufe durchhält. Das ist die nötige Reserve für Winter-Overnighter oder längere Stromausfälle. Auch bei meinem ersten Test in der Wohnung hat die TD1 problemlos die ganze Nacht durchgehalten, bis ich sie am nächsten Morgen ausgeschaltet habe.
Durchdachte Details für den Outdoor-Alltag
Es sind oft die kleinen Dinge, die gutes Gear von durchschnittlichem Gear unterscheiden. Bei der TD1 merkt man, dass echte Outdoor-Erfahrung in die Entwicklung geflossen ist:
- Sturmfest dank Bodenanker: In den ausklappbaren Standfüßen befinden sich Löcher („Multifunction Fixed Holes“). Durch diese kann man die mitgelieferten Titan-Heringe stecken und die Lampe fest im Boden verankern. Wenn der Wind am Campingplatz auffrischt, bleibt die TD1 stehen, während andere Lampen längst umgekippt sind.
- Nightvision Sticker: Ein genial einfaches Feature sind die beiliegenden, nachtleuchtenden Sticker. Man klebt sie an strategische Stellen des Gehäuses. Das Ergebnis: Auch im stockdunklen Zelt oder bei totalem Stromausfall findet man die Lampe sofort, ohne erst wild herumtasten zu müssen.
Das Ökosystem: Sinnvolles Zubehör
ouTask ruht sich nicht nur auf der Lampe aus, sondern bietet ein modulares Zubehör-System an, das den Einsatzbereich noch erweitert. Ich habe mir zwei Add-ons genauer angesehen:
- Das Protective Case: Wer seine Ausrüstung liebt, schützt sie. Das in vier verschiedenen Farben erhältliche, maßgeschneiderte Case aus widerstandsfähigem Polypropylen ist dabei weit mehr als nur ein Transportschutz. Es ist MOLLE-kompatibel und lässt sich ideal an taktischen Rucksäcken befestigen. Ein durchdachtes Griff- und Gurtdesign auf der Rückseite unterstützt den Einsatz im Taschenlampen-Modus perfekt. Es bietet einen sicheren Halt und verhindert versehentliches Herunterfallen. Eine clevere Aussparung an der Front (Front Control Slot) sorgt dafür, dass man die Lampe bedienen und den Akkustand prüfen kann, ohne sie herausnehmen zu müssen. Eine kleine Klettfläche am mit einem Druckknopf gesicherten Verschluss rundet das taktische Design ab.
- Das Lampshade Kit: Das Licht der TD1 ist funktional hell, aber manchmal möchte man es gemütlicher haben. Hier kommen die drei weichen Silikon-Aufsätze (Weiß, Warmgelb und Rot) ins Spiel, die als Farbfilter dienen und das Licht angenehm streuen. Das verwendete Premium-Silikon ist extrem leicht, langlebig, hochelastisch und lässt sich problemlos platzsparend zusammenfalten, ohne sich zu verformen. Die Montage ist dabei kinderleicht: Die Schirme werden ganz ohne Werkzeug einfach über den Lichtkopf der Laterne gestülpt. Damit verwandelt sich die helle Arbeitsleuchte im Handumdrehen in eine angenehme Ambiente-Beleuchtung fürs Outdoor-Camp oder die nächste Gartenparty.
Exkurs: Die Commemorative Version (Special Edition)
Für Sammler hat ouTask zudem die Commemorative Version im Programm, die optisch noch einmal eine Schippe drauflegt. Weltweit existieren nur 6.856 Stück dieser Edition, die durch ein spezielles schwarzes Finish und einen transluzenten Gehäuseteil besticht. Das Highlight für Gear-Nerds: Man kann die gold-plattierte Hauptplatine sehen, die im Standby sanft pulsiert („Breathing-Light“). Einmal vollständig abverkauft, wird diese Version auch nicht mehr aufgelegt.
TD1 oder TD2: Welche ist die richtige Wahl?

Da ich beide Modelle hier habe, stellt sich die Frage: Muss es immer das neueste Modell sein? Die Antwort ist ein klares „Kommt darauf an“.
Die ouTask TD1 bleibt der ungeschlagene Pragmatiker und hat in den letzten Jahren einen echten Kultfaktor in der Outdoor-Szene bekommen. Zwar ist sie im zusammengeklappten Zustand etwas wuchtiger und größer als die neue TD2, dafür punktet sie mit einem oft tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist meiner Ansicht nach für 95 % aller Camper völlig ausreichend. Wer eine robuste Lampe sucht, die „einschalten und vergessen“ bedeutet, ist hier definitiv am Ziel.
Die ouTask TD2 hingegen ist das Werkzeug für die Spezialisten. Neben ihrem eher industriellen, modernen Look bietet sie mit 1.500 Lumen noch mehr Power, eine stufenlose Farbtemperatur-Regelung (Pro Color) und ein austauschbares Akkupack. Das ist großartig für Fotografen, Video-Creator oder Gear-Fans, die unterwegs umfangreichere Lichtkontrolle und ein technischeres Design schätzen. Es macht das System aber auch komplexer und etwas teurer. Für den klassischen Einsatz beim Bushcrafting oder als Notfall-Backup im Schrank bietet die TD1 für mich das rundere, weil einfachere Paket.
Der Gewichtsunterschied zwischen beiden Lampen, 720 Gramm vs. 795 Gramm, ist gering und daher wirklich zu vernachlässigen. Unser ganzes Feature zur TD2 findest du hier. Die ouTask TD1 beweist eindrucksvoll, dass sie sich ihren Status als vielseitiger Outdoor-Klassiker absolut verdient hat. Egal ob im rauen Camping-Einsatz oder als zuverlässiges Backup für die Krisenvorsorge: Wer einen robusten und durchdachten Begleiter sucht, macht mit diesem „Original“ alles richtig.



























