Draken Aoraki Vector Field Watch

Wer nach einer robusten Field Watch sucht, landet oft bei den üblichen Verdächtigen. Doch weit abseits der bekannten Pfade fertigt Draken Watches in Neuseeland Zeitmesser, die wie gemacht sind für das raue Hinterland der Southern Alps. Die Aoraki-Serie ist Drakens Antwort auf die klassische Militäruhr. In diesem Feature widmen wir uns speziell der Draken Aoraki Vector, die mich innerhalb der Aoraki-Serie am meisten an meine Grailwatch, die Tudor Ranger, erinnert.

Design: Ein Kiwi mit Explorer-Genen

Draken Aoraki Vector Field Watch
Ranger Vibes: Die Aoraki Vector von Draken Watches

Benannt nach dem Aoraki (Mount Cook), dem höchsten Berg Neuseelands und Trainingslager des legendären Mount-Everest-Erstbesteigers Sir Edmund Hillary, markiert diese Uhr einen Meilenstein für die Marke. Es ist das erste Modell, das direkt in Neuseeland endmontiert wird.

Während die Aoraki in verschiedenen Varianten wie der klassischen Flieger, der reduzierten Milspec oder der taktischen Recce erhältlich ist, bleibt die Vector für meinen Geschmack das optische Highlight. Mit ihrem „Broad Arrow“-Zeigersatz und den markanten Ziffern auf 3, 6, 9 und 12 weckt sie bei mir starke Assoziationen zur Tudor Ranger, ohne diese einfach nur zu kopieren. Sie wirkt etwas weniger filigran, sondern vielmehr wie eine kompromisslose Tool Watch.

Technische Daten & Tragekomfort

Draken hat hier nicht an der falschen Stelle gespart. Das komplett gebürstete Gehäuse aus 316L Edelstahl trifft mit 39 mm Durchmesser und einem moderaten Lug-to-Lug von 46,5 mm den „Sweet Spot“ für fast jedes Handgelenk. Trotz der robusten Bauweise bleibt die Uhr kompakt genug für den Alltag. Geschützt wird das Zifferblatt durch ein flaches Saphirglas, das dank einer AR-Beschichtung Reflexionen minimiert.

Im Inneren arbeitet das bewährte Miyota 82S5 Automatikwerk, das über Sekundenstopp (Hacking) und Handaufzug verfügt. Die kleine Sekunde auf 6 Uhr verleiht dem Zifferblatt eine wunderbare Symmetrie und einen Hauch Retro-Charme. Besonders bemerkenswert für diese Preisklasse ist der Schutz des Werks: Ein antimagnetisches Gehäuse schirmt es bis zu 20.000 A/m gegen Magnetfelder ab, um die Ganggenauigkeit zuverlässig zu schützen.

Damit die Uhr auch bei Nässe zuverlässig bleibt, setzt Draken statt Standard-Gummi auf chemisch resistente Viton™-Dichtungen, die eine Wasserdichtigkeit bis 100 Meter gewährleisten. Die griffige Krone auf 4:30 Uhr ist dabei nicht nur ein optisches Markenzeichen, sondern verhindert effektiv, dass sie beim Wandern oder Arbeiten in den Handrücken drückt.

Ausstattung, Lume & Erfahrungen

Lume Shot der Draken Aoraki Vector
Lume Shot der Draken Aoraki Vector

Besonders hervorzuheben ist die Leuchtkraft. Draken nutzt großzügig Super-LumiNova (X1-C3 & BGW9), was die Uhr auch in tiefster Nacht gut ablesbar macht. Geliefert wird sie zudem in einem praktischen MOLLE-Pouch inklusive zweier Bänder, einem Leder-Bund-Strap und einem Nylon-Strap, sodass sie direkt einsatzbereit ist.

Reviewer wie The Calibrated Wrist oder Nutzer auf WatchCrunch loben vor allem die solide Verarbeitung. Die Uhr fühlt sich schwerer und wertiger an, als man es erwarten würde. Kritisiert wird höchstens die Bauhöhe von 12,35 mm, die durch das antimagnetische Gehäuse bedingt ist. Für eine echte Tool Watch ist das jedoch absolut im Rahmen.

Fazit: Ein Volltreffer mit Charakter

Wenn die Tudor Ranger das unerreichbare Ideal ist, dann ist die Draken Aoraki Vector die vernünftige und charakterstarke Abenteurer-Alternative, die keine Angst vor Kratzern hat und nicht die Bank sprengt. Doch sie ist mehr als nur ein pragmatischer Ersatz: Für mich ist sie optisch ein absoluter Volltreffer. Die gelungene Mischung aus funktionalem Tool-Watch-Charakter und den eigenständigen neuseeländischen Details macht sie zu einer der attraktivsten Field Watches, die man aktuell in dieser Preisklasse finden kann.