Notbeleuchtung bei Stromausfall: Günstiges LED & Solar Setup

Sicherheit beginnt oft mit Sichtbarkeit. Das wurde vielen schmerzhaft bewusst, als Anfang Januar in Berlin durch einen terroristischen Anschlag die Stromversorgung unterbrochen wurde. Gleichzeitig steuern wir auf ein kritisches Zeitfenster zu: Die Kombination aus leeren Gasspeichern und politischen Unsicherheiten macht eine Gasmangellage bis in den März hinein zu einem realen Szenario, das besonders in der kalten, dunklen Jahreszeit extrem gefährlich werden kann.

Ob durch Sabotage oder Ressourcenknappheit, die Versorgungssicherheit ist 2026, im besten Deutschland aller Zeiten, keine Selbstverständlichkeit mehr. Besonders wenn man, wie ich, mit älteren Menschen zusammenlebt, wird fehlendes Licht schnell zur Gefahrenquelle. Orientierungslosigkeit können wir uns im Ernstfall nicht leisten.

Wir haben die letzten Monate genutzt, um unser Krisen-Setup vom theoretischen Plan in die Alltagspraxis zu überführen. Das Ziel war, mit begrenztem Budget eine maximal einfache und effektive Lösung zu entwickeln. Dabei hat sich eine alte Erkenntnis bestätigt: USB-basierte Lösungen sind oft die flexibelsten Werkzeuge in der Not. Sie sind keine Spielerei, sondern eine vielseitige Ergänzung zum klassischen Krisenvorrat, die den Alltag erleichtert, wenn es darauf ankommt.

Licht im Krisenfall
Licht ist die Grundvoraussetzung um im Krisenfall weiterführende Probleme angehen zu können.

In diesem Artikel geht es deshalb ganz bewusst nur um einen einzigen, aber zentralen Bereich: Licht und Beleuchtung im Krisenfall. Konkret um unser aktuelles Setup für die Wohnung, was sich bewährt hat, wo wir nachjustiert haben und warum wir heute deutlich stärker auf einfache 5‑Volt‑Lösungen setzen, die sich im Ernstfall mit einer Powerbank oder Solarstrom versorgen lassen.

Warum Licht wichtiger ist, als man denkt

Schon wenige Stunden ohne Licht verändern den Alltag spürbar. Wege werden unsicher, einfache Handgriffe mühsam und die psychologische Belastung steigt. Bevor wir uns also mit komplexeren Themen wie Wärme oder Kochen beschäftigt haben, musste das Thema Licht sauber, einfach und redundant gelöst sein. Unser Ansatz basiert dabei nicht mehr auf vielen einzelnen Taschenlampen, sondern auf einem fest installierten System, das sofort einsatzbereit ist.

Das Fundament: Fest installierte 5-Volt LED-Streifen

Der größte Hebel in unserem aktuellen Setup sind moderne 5‑V‑COB‑LED‑Streifen mit USB‑Anschluss. Diese Technik (COB = Chip on Board) erzeugt ein absolut gleichmäßiges Lichtband ohne sichtbare Einzelpunkte, was deutlich hochwertiger aussieht als ältere Modelle. Wir haben diese an strategischen Punkten fest verlegt. Insbesondere unter Fensterbänken und auf den Oberkanten von Türrahmen. An diesen Stellen sind die flachen Streifen im Alltag nahezu unsichtbar und fügen sich unauffällig in den Wohnraum ein.

Welche LED-Lichtstreifen sind geeignet?
PETEX VerbandtascheEs gibt zahlreiche Anbieter von günstigen LED-Streifen. Wichtig: Achtet aber unbedingt auf die Variante "5V USB". Wir haben in den meisten Räumen jetzt den Aclorol USB 5V COB LED Strip installiert, je nach Raumgröße in 1-3 Meter Länge. Diese Modelle kommen bereits mit einem fertigen USB-Stecker. Ein riesiger Pluspunkt ist die Dimmbarkeit: Über einen kleinen Schalter am Kabel lässt sich die Helligkeit regeln, was Strom sparen und die Laufzeit der Powerbank verlängern kann. Als Lichtfarbe empfehlen wir "Warmweiß" (2700K-3000K) für eine beruhigende Atmosphäre.

Die Logik dahinter ist simpel: Im Ernstfall muss niemand erst Lampen suchen, aufbauen oder Batterien einlegen. Wir stecken lediglich eine Powerbank an den vorbereiteten USB-Stecker und haben sofort flächiges, indirektes Licht. Das hat sich als deutlich angenehmer erwiesen als der harte Lichtkegel von Taschenlampen. Die indirekte Beleuchtung blendet nicht und sorgt auch über Stunden für eine entspannte Atmosphäre. Ein Faktor, der gerade für ältere Menschen oder Kinder wichtig ist, um Panik zu vermeiden.

Ergänzt wird dieses „Grundlicht“ in den Wohnräumen jetzt durch Unterbau‑Leuchten. Gemeint sind hier die simplen, flachen Akku-Leisten, die mittlerweile von dutzenden Herstellern in verschiedensten Größen als Schrankbeleuchtung oder als Unterbauleuchte für die Küche angeboten werden. Wir setzen sie in Funktionsräumen wie dem Vorratskeller oder dem Anschlussraum ein. Auch im Gäste-WC sind sie praktisch. Sie sind nicht ultrahell, erfüllen in der Dunkelheit aber sehr gut ihren Zweck.

Im Gegensatz zu den fest verbauten LED-Streifen hängen diese LED-Leisten nicht dauerhaft am Strom, sondern verfügen über einen eigenen, integrierten Akku. Dank praktischer Magnethalterungen, beispielsweise direkt über dem Türrahmen, lassen sie sich mit einem Handgriff abnehmen und bei Bedarf flexibel über eine Powerbank oder Powerstation nachladen. Sie sind damit die perfekte Ergänzung für kurze, gezielte Einsätze, bei denen man Licht benötigt.

Unsere Empfehlung: Akku-LED-Leuchten mit Bewegungsmelder
PETEX VerbandtascheWir haben die 30 cm langen Unterbauleuchten von LROLTEF im Einsatz. Sie sind dimmbar, haben einen 2200 mAh Akku, mehrere Modi und einen Bewegungsmelder. Für Räume die man nur gelegentlich betritt sind diese Leuchten ideal. Die Magnethalterung (ein Klebestreifen mit Gegenstück) erlaubt die Montage in Sekunden, ganz ohne Bohren. Dank Bewegungsmelder geht das Licht automatisch an, wenn man den Raum betritt. Wird keine Bewegung mehr erkannt, erlischt es schnell wieder. Zum Aufladen werden die Lampen einfach von der Magnetleiste abgezogen.

Die Energieversorgung: Solar-Hub und Powerbanks

INIU Power Bank 20000mAh mit Schnellladefunktion und 1 USB-C und 2 USB-A Anschlüssen.
Die INIU Power Bank mit 20000mAh

Ohne verlässliche Stromquelle ist jede USB‑Lösung wertlos. Wir setzen hier auf einen Mix, um flexibel zu bleiben: Mehrere robuste INIU‑Powerbanks mit 20.000 mAh bilden die Basis für lange Laufzeiten an den LED-Streifen. Ergänzt werden sie durch diverse günstige 10.000 mAh-Modelle, die wir flexibel einsetzen, wo weniger Leistung gebraucht wird.

Bei einem längeren Blackout muss aber auch die Energie für die Powerbanks irgendwo her kommen. Da das Budget begrenzt ist, war es keine Option, eine moderne Flaggschiff-Powerstation mit riesigem Speicher oder ein High-End Modell zu kaufen. Stattdessen setzen wir auf eine effiziente Kaskade: Ein faltbares 100‑Watt‑Solarpanel von UGREEN lädt zunächst die AFERIY P040 Powerstation auf. Wir haben beide Komponenten deutlich rabattiert erstanden und mussten für diese solare Mini-Inselanlage (inkl. Adapterkabel) nur knapp 200 Euro investieren.

Diese 400-Watt-Powerstation ist nicht für große Verbraucher geeignet, sondern dient uns ausschließlich als kleines „Solar-Hub“ und Zwischenspeicher für unsere USB-Notbeleuchtung. Dabei ist direkte Sonne natürlich wünschenswert, aber auch bei grauem Himmel sammelt das Panel auf dem Südseite-Balkon über den Tag hinweg kontinuierlich Energie ein. Uns fehlen noch exakte Messdaten für reine Schlechtwetter-Tage, aber es kommt auch bei Bewölkung oder grauem Himmel genug rein, um den Speicher der AFERIY P040 im Tagesverlauf wieder etwas aufzufüllen.

UGREEN 100W Solarpanel und AFERIY P040 Powerstation Balkon Setup
Unsere 200-Euro-Lösung: Das faltbare 100W UGREEN Solarpanel lädt die AFERIY P040 Powerstation auch bei herbstlichem Streulicht.

Von der AFERIY P040 aus, verteilen wir die Energie dann gezielt per USB an die Powerbanks und USB-Gadgets weiter. Im Zweifelsfall lassen sich so ein 5V COB LED Strip oder eine andere Lampe natürlich auch direkt an die Powerstation anschließen. Gerade für urbane Wohnungen ohne Garten ist dieses System ein möglicher Schlüssel, um auch bei einem längeren Blackout oder Brownout nicht vollständig ohne Strom im Dunkeln zu sitzen. Der Berliner Stromausfall und weitere Ausfälle in ganz Europa haben uns einmal mehr bestätigt, wie wertvoll Unabhängigkeit vom Netz dieser Tage ist. 

Flexibilität und Redundanz: Die kleinen Helfer

Batteriehalter fur 4 x AA-Batterien mit USB-Anschluss und Schalter
AA-Batteriehalter mit USB‑Buchse + Schalter

Ein oft unterschätztes Tool in unserem Baukasten sind Batteriehalter mit USB‑Buchse. Diese simplen Adapter verwandeln handelsübliche AA-Batterien in eine 5‑Volt-Stromquelle und Mini-Powerbank. Sie sind zwar weniger effizient als moderne Lithium-Akkus, aber sie dienen als „Backup vom Backup“. Wenn alle Powerbanks leer sind, können wir unsere LED-Streifen mit einem simplen Pack Batterien aus dem Supermarkt oder den zahlreich vorhandenen POWEROWL 2800mAh Akkus weiter betreiben.

Um beim Thema Akkus und Batterien maximal flexibel zu bleiben, haben wir zudem einige mechanische Batterie-Adapter angeschafft. Diese einfachen Plastikhülsen erlauben es uns, kleine AAA-Batterien in AA-Fächern zu nutzen oder normale AA-Zellen und Akkus in Geräten zu betreiben, die eigentlich dicke Mono-D-Batterien (AA auf D) benötigen.

Damit der Strom auch dort ankommt, wo er gebraucht wird, haben wir uns in den letzten Jahren eine dedizierte Kabel-Kiste angelegt. Darin befinden sich USB-Kabel aller Art (USB-C, Micro, Mini) in verschiedenen Längen sowie Verlängerungskabel und Adapterstecker. Es gibt nichts Ärgerlicheres, als im Dunkeln eine Powerbank zu haben, die aber nicht am LED-Streifen angeschlossen werden kann, weil das Kabel 10cm zu kurz ist. Ein kompaktere Alternative zur Kabelkiste ist hier übrigens das 6-in-1 Universalkabel von Rolling Square, das in den meisten Situationen passt.

Eine kleine „Honorable Mention“ verdienen an dieser Stelle noch die mobilen USB-Mini-Lampen. Zugegeben: Im Kontext professioneller Krisenvorsorge sind sie eher eine Spielerei, aber sie haben uns doch irgendwie begeistert. So sehr, dass sie mittlerweile auch einen festen Platz in allen meinen EDC-Pouches haben. Diese winzigen Sticks werden direkt in den Port einer Powerbank gesteckt und verwandeln den Akku in eine Leuchte. Für die schnelle Orientierung im Nahbereich oder als sparsames Leselicht sind sie absolut genial.

Die Backup-Ebene: Mobile Lichtquellen und echtes Feuer

Auch wenn unser Schwerpunkt klar auf 5‑Volt‑Lösungen liegt, wissen wir: Redundanz ist alles. Ein fest verlegter LED-Streifen hilft nicht, wenn man in den Keller muss oder die Powerbank ausfällt. Deshalb pflegen wir einen gemischten Bestand aus taktischem Licht, Batterie-Laternen und klassischem Feuer.

Zur mobilen Ausrüstung gehören diverse EDC-Taschenlampen, die strategisch in der Wohnung verteilt sind. Zudem hat jeder Hausbewohner eine eigene Stirnlampe von Sofirn erhalten, um bei Arbeiten die Hände frei zu haben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Sofirn ist speziell bei Stirnlampen einfach unschlagbar.

Wir haben hier daher sogar noch etwas weiter gedacht und für die älteren, alleinstehenden Nachbarn jeweils eine simple Sofirn HS11 angeschafft, die es bereits für unter 10 Euro gibt. Diese können wir dann im Krisenfall voll aufgeladen verteilen, damit auch die älteren Herrschaften besser handlungsfähig sind. Außerdem kann man so kurz ins Gespräch kommen, ob noch andere Unterstützung nötig ist.

Petromax LM500 LED Laterne
Die Petromax LM500 LED Laterne

Für großflächiges Raumlicht stehen uns außerdem noch eine Petromax LM500 sowie mehrere Lepro 1000 Lumen LED Campinglampen zur Verfügung. Letztere werden klassisch mit Mono-D-Batterien betrieben.

Demnächst erweitern wir dieses Portfolio noch um die vielseitigen Teleskop-Laternen ouTask TD1 und ouTask TD2 die, während dieser Text hier entsteht, bereits auf dem Weg sein sollten.

Als allerletzte Rückfallebene – wenn wirklich keine Elektronik mehr funktioniert – setzen wir auf echtes Feuer. Hier stehen drei unverwüstliche Feuerhand Sturmlaternen samt Brennstoffvorrat (unser Spartipp: FLAMBIOL® von Höfer Chemie) bereit.

Ergänzt wird dieses analoge Backup dann noch durch eine ganze Kiste voll mit Kerzen, die wir über die Jahre auf Flohmärkten zusammengetragen haben, sowie einem Vorrat an Gastro-Teelichtern mit extra langer Brenndauer. Damit stehen wir selbst bei einem Totalausfall der Elektronik nicht im Dunkeln.

Teelichter in Gastro-Qualität machen mit ihrer langen Brenndauer eine gute Figur in der Krisenvorsorge
Hochwertige Teelichter in Gastro-Qualität sind im Rahmen der Krisenvorsorge genial und den kleinen Aufpreis wert. Sie haben eine lange Brenndauer von 8 Stunden und sollten in keinem Notvorrat fehlen!

Vorbereitet sein, statt Angst haben

Am Ende ist dieses Setup mehr als die Summe seiner Teile. Es ist die beruhigende Gewissheit, dass wir bei einem Stromausfall nicht hektisch nach Streichhölzern suchen müssen, sondern mit einem Handgriff für Normalität sorgen können. Realistisch eingeschätzt ist unser 5-Volt-Setup so dimensioniert, dass es uns problemlos mindestens eine Woche lang mit Licht durch einen Blackout bringt. Natürlich sind damit weder das Heizen im Krisenfall noch die Zubereitung warmer Mahlzeiten abgedeckt, doch Licht ist erstmal die absolute Grundvoraussetzung, um diese weiterführenden Probleme dann überhaupt angehen zu können.

Die Abkehr von teurer Spezialausrüstung hin zu flexibler 5-Volt-Technik und simplen Adaptern hat uns gezeigt: Krisenvorsorge ist nicht unbedingt eine Frage des Geldbeutels, sondern der Planung. Wenn wir im Winter 2026 wirklich im Dunkeln sitzen sollten, dann zumindest mit einem gut beleuchteten Buch, einer vollen Powerbank und dem guten Gefühl, auch für die Nachbarn noch eine Lampe übrig zu haben.

Am Ende bewahrheitet sich immer wieder die alte, im Kontext der Krisenvorsorge oft zitierte Prepper-Weisheit:

„Wer es nicht schafft, sich vorzubereiten, ist vorbereitet, es nicht zu schaffen.“