Lange Zeit war das Predator von CMB Made Knives so etwas wie der „Volks-Folder“ in Teilen der weltweiten EDC-Community: Solide Materialien, guter Preis, funktionierendes Design. Ein Arbeitstier für jeden Tag. Aber mit der Version 4, genauer gesagt dem Modell CMB-20, ändert sich die Gesprächsgrundlage gewaltig. CMB hat das Feedback der Community nicht nur gehört, sie haben es quasi in Titan gegossen. Das CMB Predator V4 ist kein einfaches Update, es ist der Aufstieg des Predators in die Premium-Liga.

CMB Predator V4 – Die Evolution des Jägers
Ein Blick auf die Ahnengalerie des Predator ist faszinierend, weil sie fast schon beispielhaft für den Aufstieg chinesischer Messer-Marken steht. Die Geschichte begann mit den Versionen V1 und V2, die als klassische Budget-Tipps mit D2-Stahl und später dem beliebten Sandvik 14C28N sowie Micarta-Griffschalen starteten.
Zwischenzeitlich experimentierte CMB bei der V3 mit einem Button-Lock, um dem „Fidget-Trend“ gerecht zu werden. Mit der finalen V4 sind wir nun im Premium-Segment angekommen: Volles Titan, High-End Stahl und die Rückkehr zum extrem beliebten Crossbar-Lock machen aus dem einstigen Gebrauchsgegenstand ein echtes Sammlerstück.
M390: Schluss mit Kompromissen
Die größte Änderung findet direkt an der Schneide statt. Statt solider Mittelklasse-Stähle setzt das V4 auf Böhler M390, der für viele Messer-Fans immer noch den „Goldstandard“ für ein ausgewogenes EDC darstellt. CMB härtet den Stahl laut Specs auf 60-62 HRC – genau der Sweetspot, um die extreme Schnitthaltigkeit auch wirklich abzurufen.
Die 85 mm lange und 3,0 mm starke Klinge bleibt ein klassischer Drop-Point mit einer ausgeprägten „Swedge“ (Falsche Schneide) am Klingenrücken, was die Spitze feiner und aggressiver macht.
Titan & Axis-Lock: Das Yacht-Upgrade

Was das V4 aber wirklich von der Masse abhebt, ist die Konstruktion. Wir bekommen hier volle Titan-Griffschalen (6AL4V), die dem Messer bei einer Gesamtlänge von 200 mm ein sattes, aber nicht zu schweres Gewicht von 133 Gramm verleihen.
Das Herzstück ist der überarbeitete Crossbar-Lock. CMB nennt das Design „Yacht-inspiriert“. Eine Anspielung auf die elegante Silhouette und den Lauf des Mechanismus, der so ruhig gleiten soll wie eine Yacht auf stiller See. Doch hinter der Poesie steckt handfeste Technik: Die doppelte Verschraubung (Dual-Screw Reinforcement) im Inneren des Mechanismus sorgt für eine deutlich höhere Stabilität und Sicherheit bei harter Arbeit.
Der Klingengang ist dabei butterweich, was auch an den Keramik-Kugellagern im Kupfer-Käfig liegt. Ein weiteres Detail für Kenner: CMB verbaut durchgängig T8-Schrauben.
Wer sein Messer schon einmal warten wollte und an weichen T6-Schrauben verzweifelt ist, wird dieses wartungsfreundliche Detail lieben. Auch der Lanyard-Pin wurde elegant im Inneren des Backspacers versteckt, um die klare Linie der Titan-Schalen nicht zu stören.
Die Qual der Wahl: 4 Varianten
Oft ist auf den ersten Blick nicht klar, worin sich die Modelle unterscheiden. CMB bietet das Predator V4 in vier spezifischen Konfigurationen an, die sich in Finish und Farbe unterscheiden:
- CMB-20A: Der raue Arbeiter. Klinge im Sandblasted Stonewash Finish, Griff in naturbelassenem Grau-Titan.
- CMB-20B: Der Edle. Klinge im feinen Satin Finish, Griff in Black Titanium (schwarz beschichtet).
- CMB-20C: Der Klassiker. Klinge im Satin Finish, Griff in naturbelassenem Grau-Titan.
- CMB-20D: Der Exot. Klinge im Sandblasted Stonewash Finish, Griff in Light Blue Titanium.
Lieferumfang und Fazit
Ein Punkt, den wir besonders hervorheben müssen: CMB legt Zubehör bei. Da Crossbar-Locks auf Federn (Omega Springs) basieren, liegen Ersatzfedern direkt in der Box. Auch beim Clip hat man die Wahl zwischen dem montierten gefrästen Titan-Clip und einem beiliegenden Deep-Carry-Clip aus Stahl.
Das CMB Predator V4 ist der Beweis, dass chinesische Fertigung längst nicht mehr nur „günstig“ bedeutet, sondern auch „präzise“. Wer ein Messer mit High-End-Stahl, Titan-Griff und dem Spielspaß eines verstärkten Axis-Locks sucht, kommt an diesem 133 Gramm schweren „Wolf im Titan-Pelz“ kaum vorbei. Ein wunderschöner Folder!






















